Energiesparlampen - Herr Dirlewanger schreibt

Mich erreicht ein Kommentar eines Lesers, Herr Dirlewanger, der mich per Mail erreichte da die Funktion gerade defekt zu sein scheint..

Ich bedanke mich für den Beitrag und gerne stelle ich ihn hier rein. Da der Beitrag ursprünglich bei T-Online reingestellt wurde ist es unvermeidlich daß er auch Wiederholungen meiner Positionen enthält. Ich stimme Herrn Dirlewanger aber voll zu.

Meine einzige Bemerkung dazu wäre: Ich würde keine Billigleuchten kaufen, zu oft höre ich von schlechten Erfahrungen. Einzige Ausnahme sind für Mich Megaman.. die sind preisgünstig und schneiden bei Tests immer gut ab.

Los gehts:

Das Thema Energiesparlampen polarisiert. Ich möchte hier diese Diskussion nicht neu auflegen, sondern mal anregen, ganz neutral Erfahrungen beim Einsatz dieser Lichterzeuger im Haushalt zu sammeln. Als Starthilfe will ich mal auflisten, was es von mir aus z. Zt. von dem Versuch, mit weniger Strom für Licht auszukommen – weil er immer teurer wird – zu berichten gibt.

Vorab: Was meine mit …?
Lampe = Leuchtmittel, das das Licht erzeugt.
Leuchte = Vorrichtung, in die Lampe eingeschraubt wird um
am gewünschten Ort zu sein und um Strom zu erhalten.
ESL = Energiesparlampe

Nun zur Sache:
ESL: Ein unendliches Thema. Ich bin seit 1 Jahr intensiv damit befaßt. Wir haben inzwischen keine Glühbirne mehr im Haus, ausgenommen Brennstellen, die weniger als 1 bis 2 Std pro Jahr brennen und ein paar Halogenleuchten. Für letztere habe ich vom Aussehen her leider noch keinen passenden Ersatz gefunden. Denn: Leuchten für Energiesparlampen müssen völlig anders entworfen sein als herkömmliche.

Regeln und Erfahrungen zu/mit ESL:
1. Das Licht muß – wie die Sonne – immer direkt aus der Leuchte herauskommen können und darf auf keinen Fall gedämpft werden, was in Zeiten des Stromüberflusses in Mode war bzw. noch ist.

2. In der Leuchte muß Platz für die relativ großen gewendelten oder gefalteten Leuchtröhren der ESL sein. Das klappt noch mit 95% der im Handel angebotenen Leuchten nicht.

3. Im Gegensatz zu Lampen mit Glühwendeln, bei denen die Farbtemperatur unabänderlich festliegt, kann man ESL mit unterschiedlichsten Farbtemperaturen herstellen. Diese werden im Handel auch angeboten und man hat die Qual der Wahl. Man muß die richtige Farbtemperatur auswählen (2700K = Warmweiß für’s Wohnen, 4000K = Kaltweiß für arbeitsbetonte Räume und 6200K = Daylight für echte Arbeitsräume).

4. Man muß Abschied nehmen von den gestylten lichtfressenden Leuchten bisherigen Livestiles und die Leuchte wieder als das akzeptieren, was sie eigentlich soll, nämlich: Sie muß das Licht der Lampe ungebremst in den Raum bringen.

5. Das gilt auch für die Lampe selbst. Die offene Bauform der ESL (mit gewendelten oder gefalteten Röhren) ist dafür die beste. Lampen mit zusätzlichem Glaskolben, z. B. Glühbirnenform oder Kerzenform, sind dunkler.

6. Das Verbergen der bedrohlichen “Haifischzähneform” der ESL muß die Leuchte leisten, aber ohne Lichtverlust zu verursachen. Besonders gut ist ein Lampenschirm aus Klarglas, ggf. geriffelt oder mit sonstiger Maserung der Oberfläche. Auf keinen Fall Milchglas o. ä. nehmen. Das schluckt zuviel Licht.

7. Man muß die neuesten Energiesparlampen-Typen kaufen, diese werden nach dem Einschalten in kürzerer Zeit hell.

8. Wenn man den Herstellerangaben zur Umrechnung der Glühlampen-Wattzahlen folgt und dementsprechende ESL einbaut, ist man oft enttäuscht. Vielmehr muß man die ESL so wählen, daß die Anfangshelligkeit für den gewünschten Helligkeitsgrad des Raumes ausreicht. Dann ist die ESL in der Endhelligkeit eher heller als benötigt, aber das ist angenehm, und man spart trotzdem noch immer deutlich Strom.

9. Es gibt ESL welche die volle Helligkeit wirklich sofort nach dem Einschalten erbringen. Sie haben zusätzlich eine Halogenbirne eingebaut, welche in der ersten Minute mitbrennt und dann automatisch abgeschaltet wird (das braucht aber etwas mehr Strom). Diese ESL sind aber deutlich teurer.

10. Die üblichen ESL sind nicht dimmbar. Setzt man sie in eine Leuchte mit Dimmer ein, dann geht entweder der Dimmer oder die ESL kaputt (oder beide). Es gibt auch dimmbare ESL. Diese sind allerdings erheblich teurer.

11. Die Leuchte muß so gebaut sein, daß die ESL immer wirklich gut belüftet wird und sich kühlen kann. Das gilt sowohl für die Leuchtröhre der ESL wie auch für den Sockel der ESL. Letzterer enthält nämlich eine raffinierte und komplexe Elektronik, welche Hitze nicht mag. Kann sich die ESL nicht kühlen, dann gibt sie – die nomalerweise viele Tausend Brenn-Stunden hält – ggf. schon nach wenigen Stunden oder Tagen den Geist irreparabel auf. Das kennt man von Glüh- oder Halogenbirnen nicht. Leuchten mit geschlossenem (oder gar dazu noch engem) Glaskolben sind Gift für ESL.

12. Es gibt zur Zeit ESL von ca. 5 Watt bis max. 25 Watt. 5 Watt-ESL geben ein kleines Lichtchen ab, das ggf. genügen möge. 25 Watt-ESL können es locker mit einer herkömmlichen 100-Watt-Glühbirne aufnehmen. Ich hatte in einigen Fällen Leuchten, die mit
mehr als 100 Glühbirnen-Watt oder bestückt waren. Dann habe ich eben zwei 20’er oder 25’e ESL eingesetzt und ein tolles Licht erhalten und dabei immer noch kräftig Strom gespart.
P.S.: Es werden am Markt auch ESL mit höherer Leistung als 25 Watt angeboten. Diese bestehen dann aber bloß aus mehreren auf einem gemeinsamen Sockel montierten ESL und sind unverhältnismäßig teuer (Bsp.: ESL mit 72 Watt, beinhaltend vier 18-Watt-Röhren; ca. 70 bis 80 EURO).

13. Braucht man mehr Licht als eine 25-Watt-ESL liefert, dann muß man eben eine Leuchte nehmen, in die man zwei oder mehr ESL einschrauben kann.

14. Oder aber man nimmt die herkömmlichen Leuchtstoffröhren. Eine Leuchtstoffröhre ist im Prinzip nichts anderes als eine ESL in Großbauweise. Leuchtstoffröhren haben im Prinzip denselben Stromspareffekt wie ESL. Es gilt allerdings folgende Einschränkung: In herkömmlichen Leuchtstoffröhren-Leuchten ist ein sogenanntes konventionelles Vorschaltgerät eingebaut, welches ordentlich Strom frißt. Ersetzt man dieses jedoch durch ein sogenanntes elektronisches Vorschaltgerät (das geht jederzeit, auch mit der ältesten Leuchtstoffröhre), dann ist die Energieeffizienz etwa so hervorragend wie bei den ESL.
P.S.: Für die viel verwendeten Deckenstrahler (bisher mit 150-Watt oder 300-Watt Halogenbrennstäben bestückt) gibt es inzwischen Leuchten, die den Halogens in nichts nachstehen. Sie haben eine ringförmig gebogene 40 bzw. 60-Watt Leuchtstofföhre und – natürlich – ein elektronisches Vorschaltgerät und erzeugen eine tolle Raumhelligkeit.

15. Die ESL sind relativ teuer, aber wenn man geduldig nach den Sonderangeboten sucht kommt man mit zwei bis 3 EURO pro Stück hin.

16. Es gibt ESL der Effizienzklasse A und B. Klasse A erbringt am meisten Licht aus gegebener Strommenge. Klasse B erbringt ein wenig weniger Licht beim selben Stromverbrauch. Klasse B ist meist billiger als Klasse A und häufiger in Sonderangeboten zu finden. Ich nehme B an Brennstellen die relativ selten eingeschaltet werden (da wirkt sich der etwas geringere Wirkungsgrad auf den Jahresstromverbrauch kaum aus) und sonst A.

17. Es gilt die Regel: Probieren geht übers Studieren. Das bedeutet hier, daß man gut beraten ist, sich erst mal ein paar ESL zum Experimentieren zu kaufen (eine ganz schwache, eine der stärksten und eine oder zwei in der Mitte je mit Farbtemperatur Warmweiß und desweiteren eine mittlere mit der Farbtemperatur Daylight). Damit probiert man dann u. a. ob die ESL in die Leuchte paßt, ob die Anfanghelligkeit ausreicht, ob sie nicht zu heiß wird (vor allem der Sockel), ob die Endhelligkeit genügt und wie die Farbtemperatur wirkt.

18. Last not least: a) Es wird immer wieder vermutet, daß man eine ESL nur ein “paar mal” ein- und ausschalten kann und sie dann sie kaputt geht. Meine Beobachtung ist (und das geht mit Testberichten eines anerkannten Testinstitutes konform), daß man heutige ESL auch jahrelang häufig aus- und einschalten kann ohne, daß sie deswegen kaputt gehen. b) Es wird zuweilen behauptet, daß ESL einen so hohen Einschaltstrom hätten, daß der ganze Energiespareffekt weg sei, wenn man sie häufig (z.B. Treppenhaus) ein/ausschaltet. Dem muß ich widersprechen. Es gibt zwar den Einschaltstromstoß, aber er ist nicht sehr hoch und vor allem so kurz, daß auch 20 mal schalten pro Stunde den Energiespareffekt nicht nennenswert schmälert (ich hab’ mir Meßgeräte besorgt und es gemessen).

— So, das war ein Haufen Zeug. Erst mal drüberlesen, nochmals lesen, usw. bis es intus ist. —

Mich hat – nach genauer Untersuchung unseres (4-Personen-) Haushaltes – vor einiger Zeit zunächst fast der Schlag getroffen. Es waren 44 Glühlampen mit einem Gesamtinstallationsleistungswert von ca. 3700 Watt zu ersetzen (das kostete einiges). Seither haben wir nur noch 800 Watt Gesamtinstallationsleistungswert und brauchen höchstens ¼ des Stromes für Beleuchtung wie früher. Und nach vielen Leuchten-Experimenten ist es wunderbar hell, besser als vorher mit Glüh-Strom-Fressern. Der von mir berechnete Stromspareffekt wird in ca. 1 ½ Jahren die Kosten für die ESL amortisieren. An die Tatsache, daß die Farbtemperatur Warmweiß (2700K) etwas weniger Rot und dafür einen kleinen Schuß mehr Braun enthält habe ich mich schnell gewöhnt. In den reinen Arbeitsräumen (Waschküche, auch zum Bügeln) haben wir Daylight (6200K). Das wirkt zwar kühl, aber man sieht die Konturen und Kontraste viel schärfer und bei Buntem leuchten die Farben viel kräftiger.

Ich bin kein Fachberater oder sowas, sondern nur einer, der sich mit der Sache befaßt hat. Ich gebe hier wieder was mir gerade wissenswert erscheint und was anderen nützen könnte. Ich hafte für nichts. Wenn jemand andere Erfahrungen hat werden sie gerne akzeptiert….. Und:
Tippfehler bitte ich zu entschuldigen.

Ich würde mich freuen zu lesen was der eine oder andere zu berichten hat.
Gruß dirle-w


Andreas Delleske am 5. Oktober 2008, 09:47

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