Hier finden Sie die aktuelle Version meiner “Energiesparlampen-FAQ”, die ich etwa seit 1991 erstellt habe und pflege.

Zu Zeiten der Wikipedia gibt es natürlich einen guten Artikel über Energiesparlampen der auch hierher verweist.

Noch eine Vorbemerkung: Inzwischen sind die Leuchtdioden (LED) vielleicht noch nicht preisgünstiger, aber ungefähr so effizient wie Leuchtstoffröhren geworden (wobei leider auch noch viel Schrott verkauft wird, was die Effizienz angeht).
Da LED kein Quecksilber enthalten, sondern nur unglaublich geringe Mengen seltener Erden und eine viel höhere Lebensdauer (40.000 Stunden) erreichen, sollten Sie LED in Ihrer Kaufentscheidung vorziehen. Nur wo LED heute noch keine guten Lösungen anbieten, sind Leuchtstoffröhren immer noch sinnvoll.
Bitte achten Sie aber darauf, daß Sie mindestens LED mit 80 Lumen pro Watt kaufen (lm/W). 100 lm/W sind zwar schon erhältlich, aber sehr teuer. Wenn Sie also 100 lm/W lesen sollten Sie skeptisch sein oder genau nachfragen.

Es gibt aber bereits Leuchtmittel aus einer Kette von vielen LED, die Sie in einen Sockel einer Leuchtstoffröhre einstecken können – allerdings nur wenn die Leuchte noch ein sog. “konventionelles Vorschaltgerät” (weiter unten erklärt) enthält.

Was Sie schon immer über Energiesparlampen wissen wollten, aber sich bisher niemanden zu fragen trauten…

Version 1.9, Stand: 31.1.2015 – seit 2011 wurden am nun folgenden Text keine Änderungen mehr durchgeführt.

A: ‘do you have four-volt, two-watt bulbs?’
B: ‘for what?’
A: ‘no, two.’
B: ‘two what?’
A: ‘yes!’
B: ‘no!’ [Anonymus, Internet]

Inhalt dieser Seite:

  • Typen
  • Tabelle: Ersatz
  • Tabelle: Lampentypen im Vergleich
  • Tabelle: Leistungsdaten und Längen
  • Wo einsetzen?
  • Funktion
  • Müll
  • Recycling
  • Starter
  • Tabelle: ESL ohne radioaktive Stoffe
  • Vorschaltgeräte
  • Adapter
  • Lichtfarben
  • Tabelle: Lichtfarben
  • Lebensdauer
  • Kosten-Nutzen-Rechnung
  • Energiebilanz
  • Informationsquellen
  • Leuchtstofflampen sind Sondermüll
  • “Elektronische” sind besser als “konventionelle” Energiesparlampen
  • Keine Verkürzung der Lebensdauer mehr bei häufigem Schalten
  • Energiebilanz in jedem Fall positiv
  • Empfehlung: Elektronische Adapter mit vierpoligen, auswechselbaren Leuchtmitteln.
  • Recycling gesichert.

Für Licht wird in der Bundesrepublik nur acht Prozent des Stroms verbraucht1.

Trotzdem lohnt es, sich darüber Gedanken zu machen. Denn die Einsparpotentiale2 sind nicht unerheblich und ihre Ausschöpfung zahlt sich in den allermeisten Fällen energetisch, ökologisch und finanziell aus.

Die Energiesparlampen, von denen hier die Rede sein wird, sind nichts anderes als Leuchtstofflampen, nur eben im kompakter Bauform, etwa zum Einschrauben in eine gewöhnliche Glühlampenfassung. Von den sogenannten Halogenlampen (damit sind Halogen-Glühlampen gemeint, die mit 12 Volt betrieben werden) soll hier nicht die Rede sein. Ihr Spareffekt ist minimal, da auch Halogenlampen wie Glühbirnen hohe Wärmeverluste haben.

Typen

Typ 1: Lampen mit Schraub- oder Bajonettsockel

ESL mit Schraubsockel

Diese Lampen sind zum unmittelbaren Austausch gegen Glühlampen bestimmt und können – so die Geometrie stimmt – in normalen Glühlampenleuchten betrieben werden. Sie enthalten heute alle ein elektronisches Vorschaltgerät (EVG).

Typ 2: Leuchtmittel mit Stecksockel und integriertem Starter

ESLESLESL

Diese Leuchtmittel haben einen genormten Stecksockel mit zwei Kontaktstiften. In dem Sockel ist ein Glimmstarter eingebaut. Sie sind für Leuchten bestimmt, die ein Vorschaltgerät enthalten. Sie können aber auch mit elektronischen Adaptern betrieben werden.

Typ 3: Leuchtmittel mit Vierstift- Stecksockel

ESL

Hierzu zählen technisch gesehen auch die herkömmlichen, stabförmigen, meterlangen Leuchtstoffröhren. Diese Lampen haben einen genormten Stecksockel mit vier Kontaktstiften. Die Lampen enthalten weder Glimmstarter noch VSG (Vorschaltgerät) und sind zum Betrieb mit KVG und separatem Starter oder EVG in entsprechend ausgerüsteten Lampen vorgesehen.

Typ 4: Gewöhnliche, stabförmige Leuchtstoffröhren

ESL

Technisch gesehen sind sie identisch mit Typ 3. Sie haben natürlich meist größere Abmessungen als ihre kompakten “Kollegen”.

Kompaktleuchtstofflampen als Ersatz für Glühlampen mit gleichem Lichtstrom

Glühlampe Kompakt- Leuchtstofflampe
mit eingebautem Vorschaltgerät mit externem Vorschaltgerät
KVG EVG VVG
40 W 9 W 7 W 11 W = 7 W + 4 W
60 W 13 W 11 W 13 W = 9 W + 4 W
75 W 18 W 15 W 15 W = 11 W + 4 W
100 W 25 W 20 W

Verschiedene Lampentypen im Vergleich

. Helligkeit (lm) Stromaufnahme
Lampe (W)
VSG (W) Gesamt (W) Effizienz (lm/W)
100 W- Glühbirne 1.380 100 + 0 = 100 13,8
75 W- 12 V- Halogenbirne mit konv. Trafo 1.350 75 + 11 = 86 15,7
75 W- 12 V- Halogenbirne mit elektron. Trafo 1.350 75 + 4 = 79 17,1
18 W- Kompakt-LS-Lampe mit KVG 1.200 18 + 9 = 27 44,4
20 W- Kompakt-LS-Lampe mit EVG 1.200 18 + 2 = 20 60
200 W- Glühbirne 3.150 200 + 0 = 200 15,8
36 W- Kompakt-LS-Lampe mit KVG 2.900 36 + 9 = 45 64,4
36 W- Stab-LS-Lampe mit KVG 3.100 36 + 9 = 45 68,9
36 W- Stab-LS-Lampe mit VVG 3.100 36 + 7 = 43 72,1
36 W- Stab-LS-Lampe mit SVVG/EVG 3.100 36 + 4 = 40 77,5
36 W- Stab-LS-Lampe mit EVG 2.900 32 + 4 = 36 80,6
1.000 W- Glühbirne 18.800 1.000 + 0 = 1.000 18,8
400 W- Quecksilberdampflampe 22.000 400 + 24 = 424 51,9
250 W- Halogen- Metalldampflampe 20.000 250 + 1 = 251 79,7
250 W- Natriumdampf- Hochdrucklampe 33.000 250 + 25 = 275 120
135 W- Natriumdampf- Niederdrucklampe 22.500 135 + 25 = 160 140,6

Legende: VSG = Vorschaltgerät, KVG = Konventionelles VSG, VVG = Verlustarmes VSG, SVVG = Superverlustarmes VSG, EVG = Elektronisches VSG, Kompakt-LS-Lampe = Kompaktleuchtstofflampe9

Leistungsdaten und Längen (sichtbare Leuchtröhre)

Glühlampe Sparlampe
. Osram . Philips .
Leistung Leistung Länge Leistung Länge
25 W 5 W 121 mm 5 W 111 mm
40 W 7 W 130 mm 9 W 111 mm
60 W 11 W 139 mm 11 W 132 mm
75 W 15 W 143 mm 11 W 152 mm
100 W 20 W 156 mm 20 W 190 mm
120 W 23 W 176 mm 23 W 211 mm

[11]

Wo setze ich Energiesparlampen ein?

Überall dort, wo eine energiesparende Dauerbeleuchtung gefordert ist, also im Wohnzimmer, Küche, etc. Interessant ist auch die Möglichkeit, die Helligkeit einiger Leuchten zu steigern. Setzt man z.B. in eine Leuchte, die nur für 60 W zugelassen ist, eine 23 W-Sparlampe ein, so kann die Helligkeit stark erhöht werden. Auch für Außenbeleuchtungsanwendungen sind Energiesparlampen geeignet. Dabei ist zu beachten, da die Helligkeit (der Lichtstrom) bei geringen Temperaturen stark abnimmt (auf ca. 60% bei minus 15 Grad und stehender Lage.) Die meisten elektronischen Energiesparlampen können sowohl an Gleich- als auch Wechselspannung betrieben werden. Dies eröffnet weitere Anwendungsgebiete z.B. in der Solartechnik oder anderen Batterieanwendungen. Als Treppenhausbeleuchtung oder für ähnliche Anwendungsgebiete, in denen häufig ein- und ausgeschaltet wird und schnell die volle Helligkeit zur Verfügung stehen muß, sind Energiesparlampen eher ungeeignet11

Funktion

Der (weiße) Glaskolben ist mit einem Gasgemisch gefüllt; wir haben also keine Glühwendel mehr, die auf 2.400 bis 3.000 Grad erhitzt wird, nur um Licht zu geben. Vielmehr werden die Atome dieses Gases durch den elektrischen Strom zu einer Strahlung3 angeregt.

Diese Strahlung trifft auf die Leuchtstoffschicht auf der Innenseite der Glasröhre und wird von ihr in sichtbares, “kaltes” Licht umgewandelt, das die Glasröhre verläßt.

Müll

Jährlich werden ca. 90 Mio. Leuchtstoffröhren verkauft4 . Wie alle Leuchtstofflampen enthalten auch die Energiesparlampen Quecksilber. In den letzten zwanzig Jahren ist der Quecksilbergehalt um 80% zurückgegangen. Eine ‘normale’ Leuchtstoffröhre enthält heute ca. 15, eine Energiesparlampe nur etwa 5 mg Quecksilber. Das ist wenig, und dennoch ist Quecksilber ein Gift, das in den Sondermüll gehört und nicht in den normalen Hausmüll!

Betrachtet man die Herkunft des Quecksilbers im deutschen Müll, so machen die Leuchtstofflampen darunter einen recht kleinen Anteil aus: unter 0,9%5 ! Dazu ist folgendes zu sagen:

Der Einsatz von Entladungslampen (das ist der Überbegriff für die hier interessierenden Lampentypen) zu Beleuchtungszwecken anstelle von Glühlampen bedeutet bereits heute eine Energieeinsparung von 150 Mrd. kWh pro Jahr. Das entspricht nahezu der 1992 in Atomkraftwerken erzeugten Strommenge von 158 Mrd. kWh! Andererseits ist dieser Zusatzbedarf (würde man nur Glühlampen einsetzen) gleichbedeutend mit einer zusätzlichen Verbrennung von 45 Mio. t Steinkohle in konventionellen Kraftwerken. Ein kg Steinkohle enthält etwa 0,1 mg Quecksilber, Somit würden auf diesem Weg 4,5 Tonnen Quecksilber entstehen, teils auf Deponien und teils in der Atmosphäre, also etwa das Dreifache.

Hinzu kämen weitere Schwermetalle, die in der Kohle enthalten sind, und natürlich Schwefeldioxid, Stickoxide und nicht zuletzt Kohlendioxid, das bekanntlich ein Hauptfaktor für den sog. Treibhauseffekt ist, und mindestens 200 Mrd. kWh (heute ungenutzte) Abwärme bei der Produktion des Stromes.

Wenn einmal eine solche Lampe zerbricht, besteht keine direkte Gefahr für die Gesundheit, aber man sollte dann gut lüften und sich dieses weiße Pulver vom Leibe halten. Von Kindern fernhalten!

Recycling

Obwohl das Quecksilber wegen seiner leichten Flüchtigkeit und hohen Giftigkeit der Hauptgrund für die Entsorgung als Sondermüll ist, enthalten Leuchtstoffröhren auch andere “umweltrelevan-ten Inhaltsstoffe”6 Diese Stoffe werden wie das Quecksilber beim Recycling vom Glas und den Metallen der Elektroden getrennt, zum Teil wiederverwendet und zum kleineren Teil in Sondermülldeponien untertage gelagert.

Die bei den städtischen Sondermüll- Sammelstellen gesammelten Lampen werden bereits heute an Recyclingfirmen weitergeleitet7 . Die Rücklaufquote zu den Recyclingfirmen beträgt heute etwa 70-80%. Die heute geplanten und in Betrieb befindlichen Anlagen reichen bereits aus, um einen Rücklauf von 100% auch in Zukunft zu gewährleisten.

In manchen alten Fassungen von Leuchtstofflampen (Typ 4) können heute noch Kondensatoren eingebaut sein, die krebserregende Polychlorbiphenyle (PCB) enthalten (werden in Kondensatoren seit 1986 nicht mehr eingesetzt). Diese sollten möglichst ausgetauscht werden. Eine eventuelle Gesundheitsgefahr besteht jedoch nur bei Beschädigung oder unsachgemäßer Entsorgung dieser Kondensatoren. Seit einigen Jahren werden diese Kondensatoren nur noch ohne PCB hergestellt. Diese Kondensatoren gibt es nicht in Energiesparlampen.

Die EVG sind leider ebenfalls Sondermüll, weil sie eine Vielzahl von Metallen und Kunststoffen enthalten, die zwar nicht gefährlich sind, aber in der Müllverbrennung zur Entstehung von Dioxinen beitragen würden. Wie alle Elektronik haben auch diese Vorschaltgeräte eine unbegrenzte Lebensdauer, wenn sie normal betrieben werden. Lediglich die Röhren selbst unterliegen einem Verschleiß, müssen also nach etwa 20.000 Betriebsstunden ausgewechselt werden.

Starter

Starter

Die sogenannten Starter gibt es nur bei Lampen vom Typ 3 und 4, sitzen dort in der Lampenfassung (und können meist separat herausgedreht werden);

und bei Typ 2 und befindet sich in dem kleinen rechteckigen Kästchen zwischen den beiden Kontaktstiften.

Bei Lampen mit EVG ist kein Starter nötig, die meisten Steckadapter und auch EVGs arbeiten jedoch auch mit den Stecklampen vom Typ 2 zusammen. Aus folgendem Grund empfehlen wir jedoch den Kauf von Typ 3, immer in Zusammenhang mit EVGs: Die Starter enthalten radioaktive Stoffe9 . Nach Angaben des Umweltinstituts München liegt die zusätzliche Strahlendosis für eine Person, die sich in der Nähe einer solchen Lichtquelle befindet, bei unter einem Hundertstel der ,natürlichen’ Strahlenbelastung, die hauptsächlich von der Sonne kommt10 , ist also unbedenklich. Man sollte dennoch das Glasröhrchen im Starter nicht zerbrechen, weil dann radioaktive Partikel entweichen können, die, wenn sie als Staub eingeatmet oder verschluckt werden, eine ständige, schwache Strahlungsquelle im Körper bilden und dann nicht mehr ganz so ungefährlich sind.

Lampen ohne Starter, also mit EVG, erkennt man unabhängig von Bauform und Aussehen der Lampe daran, daß diese beim Einschalten nicht flackert, sondern (nach einer kurzen Verzögerung von bis zu einer Sekunde) sofort Licht gibt. Lediglich bei Typ 2 mit EVG kann dennoch ein kurzes Flackern auftreten.

Energiesparlampen und radioaktive Stoffe5

Seit über 10 Jahren sind keine Leuchtstofflampen mit radioaktiven Startern mehr auf dem Markt.

Vorschaltgeräte

Hier werden die konventionellen (KVG) und die elektronischen (EVG) Vorschaltgeräte unterschieden.

tmp

EVGs sind daran zu erkennen, daß sie beim Einschalten nicht flackern und deutlich leichter sind als die KVG11 . Achten Sie bitte beim Kauf auf “elektronische” Lampen (mit EVGs), obwohl sie wenige Mark teurer sind, und zwar aus folgenden Gründen:

  • EVG flackern nicht beim Einschalten.
  • Dies hat eine höhere Lebensdauer zur Folge. So hat z.B. eine Leuchtstoffröhre eine durchschnittliche Lebensdauer von 6.000 Stunden. Wird dieselbe Röhre mit elektronischem Vorschaltgerät betrieben, verlängert sich die Lebensdauer auf durchschnittlich 19.000 Stunden
  • Der (radioaktive) Starter entfällt.
  • EVGs ermöglichen kleinere Bauformen.
  • Sie entwickeln beim Betrieb weniger Verlustwärme, sparen also Energie.
  • Die Lichtausbeute dieser Lampen ist höher als mit induktivem Vorschaltgerät.
  • Sie geben aus folgenden Gründen ein “besseres” Licht:

Eine Leuchtstofflampe mit KVG sendet im Betrieb, bedingt durch die Netzwechselspannung in jeder Sekunde einhundert Lichtimpulse aus, die das Auge als kontinuierlichen Lichtstrom wahrnimmt. Bei EVGs wird die Lampe dagegen etwa 30.000mal in der Sekunde vom Strom durchpulst, woraus sich die höhere Lichtausbeute erklären läßt: Der Leuchtstoff leuchtet nach der Anregung durch den elektrischen Strom noch einige Millisekunden nach, weshalb bei der hohen Frequenz der elektronischen Lampen tatsächlich ein kontinuerlicher Lichtstrom entsteht, bei der niedrigen Frequenz des Netzwechselstroms verlöscht der Leuchtstoff in den Strompausen.

Nun hat man in England bei einer Untersuchung eine interessante Beobachtung gemacht: Menschen, die gewöhnlichem Leuchtstofflicht (einhundert Lichtimpulse in der Sekunde) ausgesetzt waren, arbeiteten bei derselben Arbeit deutlich langsamer als ihre Kollegen, deren Arbeitsplätze mit “elektronischem Leuchtstofflicht” beleuchtet waren, und klagten öfter über Kopfschmerzen.

Der Zusammenhang konnte inzwischen geklärt werden: Das menschliche Auge fährt z.B. beim Lesen in schneller Fahrt über die Zeilen und sucht nach jeder Zeile den Beginn der folgenden. Wenn der Arbeitsplatz in dieser sehr kurzen Zeit gerade dunkel ist, weil die Leuchtstofflampe in einer Strompause ist, macht es unnötige, willkürliche Bewegungen, die zwar bewußt nicht wahrzunehmen sind, das Auge jedoch ermüden, was sich in Kopfweh und dergleichen äußern kann13 . Ein Grund also mehr, der für die elektronischen Vorschaltgeräte spricht.

Gibt es technische Komplikationen mit anderen Geräten?

Unter ungünstigen Umständen können Energiesparlampen störende Einflüsse auf Infrarotfernbedienungsempfänger wie z.B. Fernseher, Videorecorder o.a. haben. Dies hängt mit einem geringen Infrarotanteil im Licht dieser Lampen zusammen. Um ein “Zittern” (Flackern) an den Elektroden zu verhindern und die Lichtausbeute zu steigern, werden elektronische Energiesparlampen mit hohen Frequenzen betrieben (35 kHz.) Stimmt diese “Modulationsfrequenz” nun in etwa mit der des Infrarotempfängers überein, so kann es bei kurzer Entfernung von lampe und Empfänger zu Störungen kommen. Moderne Infrarotfernbedienungen arbeiten mit einer Frequenz von ca. 400 kHz, so daß es hier kaum zu Störungen kommen kann11

Sollten Energiesparlampen den Radio- und Fernsehempfang stören, so ist dies auf eine unureichende Abschirmung des Vorschaltgerätes oder zu lange Zuleitungen vom EVG zur Röhre zurückzuführen. Bei neuen Geräten mit CE-Zeichen dürfte dies allerdings nicht zu beobachten sein.

Adapter

Sogenannte Adapter, bei denen die Leuchtstoffröhren ausgetauscht werden können, ohne das Vorschaltgerät wegzuwerfen, gibt es inzwischen bereits von mehreren Herstellern, hier seien als Beispiele nur Fa. Hüco und Arcotronic genannt. Leider sind diese Adapter (Vorschaltgeräte) im Vergleich zu Glühlampen noch etwas klobig. Auf der einen Seite weisen sie eine gewöhliche Glühlampenfassung auf, auf der anderen Seite ist die Steckfassung für die Röhre. Bei neu entworfenen Lampen kann das VSG herstellerseitig unauffällig im Gehäuse der Lampe untergebracht werden.

Inzwischen (2007) reicht die Lebensdauer der Röhre sogar fast an die Lebensdauer der Elektronik des Vorschaltgeräts heran – Vom Leuchtmittel getrennte Adapter sind nicht mehr so ökologisch wie dies zu Anfang einmal war.

Es gibt auch elektronische Adapter, die bei 12 oder 24 Volt arbeiten, also ideal für Solarstromanlagen geeignet sind14 .
Lichtfarben

Die Leuchtstoffe in der Glasröhre können unterschiedliche Stoffe enthalten, demzufolge entstehen auch andere Lichtfarben. Man unterscheidet grob zwei Lichtfarben: das kalte (bläuliche) und das warme, angenehmere, rötliche Licht.

Oft ist die Lichtfarbe nicht aus der Packung zu ersehen, deshalb empfiehlt sich ein kurzer Test. Man unterscheidet 4.000 Kelvin für kaltes Licht und 2700 für warmes. (Manchmal steht auf dem Sockel dann nur “F82”, “827” oder “F84”).

Im übrigen erreichen alle Leuchtstofflampen erst nach 20 bis 80 Sekunden ihre volle Lichtleistung. Bei Kälte verstärkt sich dieser Effekt, weshalb man diese Lampen im Freien so montieren sollte, daß das Vorschaltgerät die Röhre von unten leicht miterwärmt.

Unter dem Begriff “Dreibandenröhre” ist folgendes zu verstehen: Der Leuchtstoff sendet das sichtbare Licht nicht im ganzen Farbspektrum wie die Sonne und die Glühbirne aus, sondern in einigen Bereichen, genannt “Banden”. Die billigeren Zweibandenröhren senden meist Licht im gelbgrünlichen Bereich (durch den Phosphor) aus, bei Dreibandenröhren kommen eine oder mehrere “Banden” hinzu. Drei- und Fünfbandenröhren sind etwas teurer, geben aber ein angenehmeneres und besseres Licht, da ihr Spektrum mehr dem Sonnenlicht ähnelt, das alle Farben enthält – haben aber eine geringfügig schlechtere Energieausbeute (das menschliche Auge empfindet vor allem gelbgrün als hell)12

Lichtfarben von Leuchtstofflampen mit Farbnummern

warmweiß (ww) . neutralweiß (nw) . tageslichtweiß (tw) .
unter 3.300 K . 3.300 K bis 5.000 K . über 5.000 K .
Lumilux dlx Warmton 32 Lumilux dlx weiß 22 Lumilux dlx daylight 12
Warmton- Extra dlx 92 Weiß dlx 94 Tageslicht dlx 95
Warmton dlx 93 . . . .
Lumilux Warmton 32 Lumilux weiß 21 Lumilux Tageslicht 11
Lumilux Interna 41 Super 80 weiß 84 Super 80 Tageslicht 86
Super 80 Warmton 83 . . . .
Super 80 Warmton Extra 82 . . . .
. . Weiß universal 25 . .
. . Hellweiß 20 . .
. . Weiß 30 . .
Warmton 30 . . . .
Warmton 29 . . . .

dlx = de luxe9

Lebensdauer

Stiftung Warentest hat getestet: “Seit Juni 2004 brannten die Energiesparlampen im Dauertest. Ein Prüfzyklus läuft über drei Stunden: 165 Minuten sind die Lampen an, 15 Minuten aus. Dann beginnt der Zyklus von vorn. Von den 27 Sparlampen im Test halten 9 Modelle mehr als 19 000 Betriebsstunden aus. Gute Energiesparlampen ersetzen so etwa 19 Glühlampen mit Glühfaden. Neben Fabrikaten von Osram und Philips sind darunter auch zwei Aktionsware-Lampen von Aldi Nord sowie ein Modell von Megaman.”

Bei jeder Leuchtstofflampe ist die Lebensdauer maximal, wenn die Lampe über längere Perioden ununterbrochen leuchtet. Und obwohl dies auch für die Energiesparlampen gilt, haben die EVGs auch hier einen Fortschritt ermöglicht: Man kann sie unbedenklich auch häufiger schalten, also wie Glühbirnen benutzen. Einige Hersteller empfehlen sogar deren Einsatz bei der Treppenhausbeleuchtung, wir sind jedoch noch etwas skeptisch und möchten davon abraten, unter anderem auch, weil die Lampen dort zwar sehr häufig eingeschaltet werden, aber dabei keine hohe Brenndauer pro Jahr erreichen, so daß die Amortisationszeit sich über Jahrzehnte erstrecken würde. Hier wird der Verschleiß vorher einen Strich durch die Rechnung machen (und man könnte die 20 Euro gewinnbringender in einer Bank anlegen).

An dieser Stelle soll nicht unerwähnt bleiben, daß man Energiesparlampen nicht mit gewöhnlichen Dimmern betreiben kann. Dazu sind spezielle Vorschaltgeräte notwendig, die meist auch gesonderte Vorrichtungen (Zündstreifen) an den Röhren erfordern.

Wie häufig können Energiesparlampen eingeschaltet werden?

Zu beachten ist, daß die Lampe vor dem Einschalten abgekühlt sein muß. Das bedeutet, daß man auf Leuchtpausen von 2-5 Minuten verzichten sollte und in diesen die Lampe lieber eingeschaltet läßt. Schaltet man eine Energiesparlampe in noch warmem Zustand wieder ein, so wirkt sich dies auf die Lebensdauer aus11

Wie lange ‘lebt’ die Lampe und wie stark nimmt ihre Helligkeit im Laufe der Zeit ab?

Inzwischen (2007) erreichen sehr viele Energiesparlampen Lebensdauern vor mehr als 19.000 Stunden – das sind allerdings “nur” 2,2 Jahre Dauerbetrieb.

Ausgenommen sind ab und zu Energiesparlampen, die über lange Zeit in einem abgeschlossenen Gehäuse (z.B. Kellerleuchten) eingesetzt werden. Die Hitze macht ihnen zu schaffen.

Wie bei herkömmlichen Leuchtstoffröhren nimmt auch bei Energiesparlampen die Helligkeit im Laufe ihres leuchtenden Lebens ab. Bei Leuchtstoffröhren nimmt die Helligkeit jedoch mit der Zeit ab, aktuelle Werte von Stiftung Warentest: Unterschiede zeigen sich bei der Helligkeit. Sie liegt am Ende der Dauerprüfung zwischen 69 Prozent (Aldi Nord) und 94 Prozent (Philips PL E D / Pro 20-23W) des Wertes am Anfang der Prüfung. Zur Stiftung Warentest

Kosten-Nutzen-Rechnung

Vergleichen wir eine Energiesparlampe zum Einschrauben in eine normale Glühlampenfassung mit einer Glühbirne: Dabei stellen wir eine 100 Watt-Glühlampe einer 20 Watt- E-Lampe gegenüber. Beide strahlen dieselbe Lichtmenge ab. Über die Lebensdauer der E-Lampe (8.000 Stunden) ergibt sich somit ein Energiepreis von

8.000 h x 20 W x 0,24 €/kWh = 38,40 €.

Die gleich hell leuchtende Glühbirne hätte in dieser Zeit
8.000 h x 100 W x 0,24 €/kWh = 192 €,

also fünfmal soviel Energie gebraucht.

Aber wir müssen die Investitionskosten hinzuzählen: Eine gute E-Lampe kostet ca. 12,00 € eine Glühbirne 1,00 €. Während der Lebensdauer der E-Lampe wären etwa acht Glühbirnen benötigt worden (Lebensdauer nur 1.000 Stunden), weshalb sich die Investitionskosten im Glühlampenfall zu € 8,00 ergeben. Beim Vergleich sieht man deutlich, daß das Glühlampenlicht mit 200,00 € erheblich teurer ist als das der Energiesparlampe mit nur € 50,40; eine Ersparnis von 75 Prozent oder 125 EUR während der Lebensdauer der Enerhiesparlampe (Moderne ESL sollten sogar länger als 8000 Stunden halten, aber sind wir mal konservativ in unserer Rechnung..)

Sogar bei E-Lampen mit kleiner Wattzahl (z.B. 7 W, Anschaffung 6 EUR) ist das Ergebnis heute im Vergleich zu einer Glühbirne von 40 Watt eindeutig: Wir haben immer noch etwa € 19,40 Lichtkosten gegenüber € 84,80 bei der Glühbirne! Viele scheuen den Kauf der teureren Energiesparlampen, nur, weil sie diese Rechnung nicht gemacht haben (Preise von 2012).

Die obige Rechnung geht von den Herstellerdaten aus. Die Zeitschrift Öko-Test hatte jedoch im Jahre 1996 eigene Messungen gemacht und kam oft auf schlechtere Ergebnisse, in einem Fall sogar auf negative Werte. Da uns nicht bekannt ist, worin dieser Unterschied begründet und welche Rechnung die objektivere ist, können wir dies nur kommentarlos wiedergeben. In jedem Fall ist der ökologische Nutzen von Energiesparlampen unbestritten. Schließlich fließen in keine der genannten Rechnungen die Kosten der ökologischen Schäden und deren Folgekosten ein, die durch das Mehr als Stickoxiden und CO2 etc. bei der Verwendung von Glühbirnen zweifellos entstehen, und deren Konsequenzen wir heute nur annäherungsweise erahnen können.

Energiebilanz

Ein Argument, das oft gegen den Einsatz von E-Lampen ins Feld geführt wird, ist deren höherer Energieverbrauch bei der Herstellung. Bedingt durch den komplizierten Aufbau stimmt das auch. Es wird etwa zehnmal soviel Energie für ihre Herstellung verwendet, wie für eine Glühlampe. Berücksichtigt man aber die achtmal kürzere Lebensdauer der Glühbirnen, ist der Energieverbrauch bei der Lampenherstellung schon fast gleich. Der Löwenanteil der Energie wird ohnehin beim Betrieb verbraucht; nur etwa 1% der Betriebsenergie benötigt man zur Herstellung der Lampe. Berücksichtigt man all diese Zusammenhänge, so benötigt man für Herstellung und Betrieb einer 60 Watt-Glühbirne 60,2 kWh. Dieselbe Rechnung ergibt bei einer gleich hellen E-Lampe nur 12,3 kWh. Das sind 80% weniger. Während ihrer gesamten Lebensdauer erspart eine E-Lampe der Umwelt umgerechnet 392 kg CO2, 21,6 kg Flugasche, 2,5 kg Schwefeldioxid und 1,8 kg Stickstoff. Die Gesamtenergiebilanz fällt also eindeutig zugunsten der Energiesparlampe aus.

Informationsquellen

1 “Entladungslampen und Umwelt”

Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V.,
Bonner Talweg 62, 53113 Bonn 1, Tel.: (0228) 216088

2 Öko- Mitteilungen 1/91, S. 14: “Energiesparlampen”,

Klaus Michael, Energiebeauftragter der Stadt Detmold

3 e-mail aus der MAUS-Mailbox des Öko-Instituts Freiburg,
Brett /CL/ENERGIE/UMWELTBILANZ,

Beiträge von: Volker Drecoll, H. Boesche

4 BUND AK Energie

c/o Volker Drecoll, Starenweg 11, 22941 Bargteheide

5

Umweltnachrichten 34/90, Umweltinstitut München e.V.

6 Zeitschrift test 4/87, S. 341: “Überbrückung” -

Vergleich dreier Adaptersockel für Kompakt- Leuchtstofflampen.
Stiftung Warentest, Lützowplatz 11-13, Postfach 4141, Berlin 30, Tel.: (030) 2631-0.

7 Zeitschrift test 10/89, S. 969: “Leichter, kleiner, heller” -

Marktvergleich gängiger Energiesparlampen

8 Zeitschrift test 3/92, “Besser stecken als schrauben” -

Test Energiesparlampen und Adapter

9 Landesgewerbeamt Baden-Württemberg:

“Energiesparende Beleuchtungsanlagen” März 1992 (kostenlos)

10 Zeitschrift ÖkoTest “Was bleibt unterm Strich?”

12/92, S. 43

11 Thomas Wendt, Berlin

email: Thomas@TMB.IN-Berlin.de,
der ebenfalls eine Energiesparlampen-FAQ erstellt hat.

12 Christoph Waller,

http://www.cwaller.de/deutsch.htm?lichtleuchtstoff.htm~information

Test der Stiftung Warentest:

http://www.stiftung-warentest.de/online/umwelt_energie/test/1327630/1327630/1334201.html

Adressen

[ABB] ASEA Brown Boveri, Vertriebsgesellschaft für Installationsgeräte mbH, Impexstr. 5, 64546 Mörfelden-Walldorf, Tel.: (06227) 6050
[Arcotronic] AG, Heinrichstr. 68, CH-8005 Zürich, Tel.: (0041 1) 2712991
[Conrad] Electronic GmbH, Klaus Conrad- Str. 1, Hirschau, Tel.: (09622) 30-111
[Düwi] GmbH: In der Illekatte 2, 58339 Breckerfeld
[Hölter] Josef GmbH & Co., Lorheidestr. 62-66, 44866 Bochum, Tel.: (02327) 3851
[Hüco] GmbH, Von den Busche-Münch-Str. 12, 32339 Espelkamp, Tel.: (05772) 567 – 700, www.watt24.de
[Inca] siehe Narva
[Lindner] Licht GmbH, Hohmannstr. 3, 96052 Bamberg, Tel.: (0951) 7920
[May&Christe] GmbH, Hauptstr. 204, 63814 Mainaschaff, Tel.: (06021) 7060
[Mazda] Licht, Geschäftsbereich der Granus Industrie Komp. GmbH, Postfach 1405, Limburg, Tel.: (06431) 706-0
[Megaman] eigentlich “IDV Import- und Direktvertriebsges. mbH”, siehe www.megaman.de
[Narva] NARVA Lichtquellen GmbH + Co. KG, Brand-Erbisdorf Tel.: (037322) 17200, 17202 Fax: (037322) 17203, 17223 | office@narva-bel.de | www.narva-bel.de
[Osram] GmbH, Hellabrunner Str. 1, 81543 München, Tel.: (089) 62131
[Philips] GmbH, Unternehmensbereich Licht, Steindamm 94, 20099 Hamburg, Tel.: (040) 2811
[Radium] Lampenwerke, Postfach 1440, 51688 Wipperfürth, Tel.:(02267) 810
[Südlicht] GmbH, Postfach 1506, Limburg, Tel.: (06431) 706150
[Sylvania] GTE Licht GmbH, Graf-Zeppelin-Str. 9-11, 91056 Erlangen, Tel.: (09131) 9960
[Thorn] siehe Tungsram
[Tungsram] General Electric Tungsram Lighting GmbH, Otto-Hahn-Str. 21, 35510 Butzbach, Tel.: (06033) 8980

Weitere sehr gute Information über ESL